Feb
11

Neue CD mit Werken von Max Bruch

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein, Aufnahmen

Er gehört zu jenen Komponisten, die – obgleich überaus produktiv – ihren Nachruhm einem einzigen Werk verdanken: Max Bruch. Sein Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 hatte einen so durchschlagenden – und bis heute anhaltenden – Erfolg, dass Bruch darüber selbst bisweilen ungehalten war: “Ich kann dieses Concert nicht mehr hören, habe ich vielleicht bloss dies eine Concert geschrieben?”. Damit tut der Komponist seinem eigenen Werk, das er im Scherz gelegentlich als “polizeiwidrig bekannt” verspottete, jedoch Unrecht – wie jetzt auf der neuen CD der Bamberger Symphoniker zu hören ist.

So handwerklich perfekt und melodisch einfallsreich Bruchs Werke auch sind – ein Neuerer wie Wagner, Liszt, Strauss oder Mahler war er nicht. Seine Vorbilder hießen Mendelssohn und Schumann, und im Wagnertum, dessen erbitterter Gegner er war, sah er sogar “die Vernichtung der Musik als selbständiger organischer Kunst”. Kein Wunder also, dass er erst recht nichts anzufangen wusste mit der Musik seiner späten Zeigenossen wie z.B. Claude Debussy, den er sogar bösartig einen “unqualifizierbaren Schmierer” nannte. Kurz gesagt: Bruch hatte das historische Pech, in eine Zeit der musikalischen Umbrüche hineingeboren worden zu sein, in der er zu einem Parteigänger der Revolutionäre nicht werden wollte und zu einem ernsthaften Konkurrenten seines Zeitgenossen Brahms nicht werden konnte. Lässt man diese Überlegungen jedoch außer Acht, so begegnet uns heute in Max Bruch einer der vielfältigsten und einfallsreichsten Komponisten seiner Epoche. Melodienseligkeit, rhythmische Prägnanz und ein ständiger spätromantischer Grundton lassen erahnen, warum Bruch an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als einer der angesehendsten Komponisten galt.

Solist der Aufnahme ist Guy Braunstein, Konzertmeister der Berliner Philharmoniker seit dem Jahr 2000. Als Solist war er bereits bei vielen führenden Orchestern zu Gast, z.B. dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Israel Philharmonic, dem Orchester der Mailänder Scala und natürlich “seinen” Berliner Philharmonikern. Dirigent ist Ion Marin, den Auftritte regelmäßig an die Opernhäuser von New York, Berlin, Paris, Dresden oder Zürich sowie zu den Symphonieorchestern in München, London, Tokyo, Wien oder Prag führt.

Die CD vereint neben dem erwähnten ersten Violinkonzert auch Bruchs Schottische Fantasie für Violine und Orchester op. 46 sowie dessen Romanze für Violine und Orchester op. 85 F-Dur. Die Aufnahme entstand in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und ist bei TUDOR erhältlich.

Max Bruch (1838-1920)

Schottische Fantasie für Violine und Orchester op. 46

Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 op. 26 g-Moll

Romanze für Violine und Orchester op. 85 F-Dur

Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie

Ion Marin | Dirigent

Guy Braunstein | Violine

TUDOR 7188

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