Okt
08

“La Bratschissima” – Tabea Zimmermann ist artist-in-residence der Saison 2012/13

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein

Sie hat wie kaum eine andere die Viola in das Scheinwerferlicht des Konzertlebens geführt und gehört zu den größten Künstlerinnen auf diesem Instrument: Tabea Zimmermann. In der Spielzeit 2012/2013 ist sie artist-in-residence der Bamberger Symphoniker und fächert in mehreren über die Saison verteilten Konzerten die Facetten der Bratsche auf. Am Beginn der musikalischen Wanderung durch die Epochen steht mit Paul Hindemith der Komponist, der selbst Bratscher war und für das zu Unrecht im Schatten stehende Instrument wundervolle Werke geschaffen hat.

Bach, Mozart, Beethoven, Schubert – sie alle griffen gern zur Bratsche, auch Berlioz hielt große Stücke auf dieses Instrument. Dennoch stand die Viola in der Musikgeschichte lange im Schatten der Violine und des Violoncellos. Dass sich dies entscheidend gewandelt hat, verdanken wir Ausnahmemusikerinnen wie Tabea Zimmermann, die als Solistin, Kammermusikerin und Hochschulprofessorin höchstes Ansehen in der Musikwelt genießt. Ohne “Umweg” über die Violine kam die Künstlerin aus dem badischen Lahr in frühen Jahren zur Viola. “Ich habe schon als Kind einen Stolz auf den Klang entwickelt”, bekannte sie. “Wir haben uns gefunden, es passt”. Wettbewerbserfolge in Genf, Budapest und Paris ebneten ihr in den 1980er Jahren den Weg in die internationalen Konzertsäle. Zwar ist das Repertoire der Viola an Solowerken nicht so breit gefächert wie das der Violine, einen Nachteil sieht die ECHO-Klassik-Preisträgerin darin jedoch nicht. “Über die Bratsche bin ich”, betont sie, “sehr früh mit Kammermusik, mit zeitgenössischer Musik und auch mit der Lehre in Berührung gekommen”. Unzählige Werke hat sie zur Uraufführung gebracht, von Ligeti, Holliger oder Rihm.

Tabea Zimmermann (© Marco Borggreve)

Tabea Zimmermann (© Marco Borggreve)

Tabea Zimmermanns erste Auftritte mit den Bamberger Symphonikern fallen in das Jahr 1988. Seit ihrem Debüt entwickelte sich eine kontinuierliche künstlerische Zusammenarbeit, in deren Rahmen sie in der Domstadt die großen Violakonzerte von Bartók, Penderecki, Walton und Schnittke oder auch Hindemiths “Schwanendreher” spielte. Musik von Hindemith, dem zentralen Komponisten für die Bratsche, wählte Tabea Zimmermann auch für den Auftakt ihrer Bamberger Residenz. Das zeitgenössische Komponieren ist in ihrem folgenden Programm mit einem Werk von Georges Lentz vertreten, das eigens für die Weltklasse-Bratschistin geschrieben wurde und ihr sehr ans Herz gewachsen ist. Im “Finale” ihrer Residenz rückt das Spannungsverhältnis zwischen kammermusikalischer Raffinesse und symphonischem Klang in den Fokus: mit Hindemiths Oktett und Brahms’ Serenade op. 16, in der Tabea Zimmermann auch die musikalische Leitung übernimmt. Dazu erkundet sie Mozarts spätes Klarinettenkonzert in einer Bratschenfassung – was ganz ihrem Selbstverständnis entspricht, den “Aktionsradius” ihres Wirkens immer wieder zu erweitern.

Konzerte mit Tabea Zimmermann:

Mittwoch, 10.10.2012 | Schweinfurt, Theater, 19.30 Uhr
Donnerstag, 11.10.2012 | Bamberg, Konzerthalle, 20.00 Uhr
Samstag, 13.10.2012 | Bamberg, Konzerthalle, 20.00 Uhr
Sonntag, 14.10.2012 | Bayreuth, Stadthalle, 20.00 Uhr

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zur Oper “Fidelio” op. 72
Paul Hindemith
Konzertmusik für Solo-Bratsche und größeres Kammerorchester
Sergej Rachmaninoff
Symphonie Nr. 2 e-Moll op. 27

Dirigent: Eivind Gullberg Jensen
Solistin: Tabea Zimmermann, Viola
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Mittwoch, 12.12.2012 | Erlangen, Heinrich-Lades-Halle, 20.00 Uhr
Donnerstag, 13.12.2012 | Schweinfurt, Theater, 19.30 Uhr
Samstag, 15.12.2012 | Bamberg, Konzerthalle, 20.00 Uhr
Sonntag, 16.12.2012 | Bamberg, Konzerthalle, 17.00 Uhr

Georges Lentz
“Monh” für Viola und Orchester
Richard Strauss
Ein Heldenleben op. 40

Dirigent: Jonathan Nott
Solistin: Tabea Zimmermann, Viola
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Mittwoch, 24.4.2013 | Bamberg, Konzerthalle, Jugendkonzert *, 17.00 Uhr
Donnerstag, 25.4.2013 | Bamberg, Konzerthalle, 20.00 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622 in einer Fassung für Bratsche (1802)
Paul Hindemith
Oktett für Klarinette, Fagott, Horn und Streicher
Johannes Brahms
Serenade für kleines Orchester A-Dur op. 16

Solistin und Leitung: Tabea Zimmermann
(* Im Jugendkonzert werden nur die Werke von Mozart und Brahms aufgeführt und moderiert.)
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Sonderkammerkonzert
Sonntag, 7.4.2013 | Konzerthalle Bamberg, Joseph-Keilberth-Saal, 17.00 Uhr

Tabea Zimmermann, Viola
Mitglieder der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie

Das Programm wird noch bekannt gegeben.

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