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Saisonauftakt mit argentinischer Sonne: Sol Gabetta

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein

Sol Gabetta (© Marco Borggreve)

In den Konzertsälen der Welt bleibt meistens kein Platz frei, wenn sich die argentinisch-französische Meistercellistin angekündigt hat: Sol Gabetta. In Bamberg ist sie längst ein Publikumsliebling. Zum Saisonauftakt spielt sie Edward Elgars Cellokonzert, mit dem der große Komponist des viktorianischen Englands in stiller Wehmut auf eine längst vergangene Epoche zurückblickte. Bekenntnismusik ganz anderer Art ist Schostakowitschs Zwölfte Symphonie, die der Meister der russischen Moderne in Gedenken an “Das Jahr 1917″ komponierte. Dirigent ist ein junger Star, der schon bei seinem Bamberger Debüt vor eineinhalb Jahren das Publikum im Sturm eroberte: Krzysztof Urbański.

Begeisterte Kritiker, preisgekrönte CD-Einspielungen und gefeierte Auftritte rund um den Globus, von Luzern bis London, von Hongkong bis Buenos Aires: Sol Gabetta ist eine beeindruckende Künstlerpersönlichkeit – mit einer ebenso beeindruckenden Karriere. Auch in Bamberg war die junge “Cellissima” schon einmal zu Gast: Im Oktober 2010 gab die argentinisch-französische Künstlerin russischer Abstammung ihren Einstand in der Domstadt mit Schostakowitschs zweitem Violoncellokonzert. Damals schrieb die begeisterte Kritik: “Sie kann alles – sie ist perfekt.” Für ihre CD-Aufnahme dieses Werkes hatte sie 2009 den “ECHO Klassik” erhalten, 2011 wurde sie zum mittlerweile dritten Mal mit dem begehrten Preis ausgezeichnet: für ihre Interpretation des Cellokonzertes von Edward Elgar, mit dem sie nun in Bamberg zu erleben ist. Ein Werk, das in seiner Melancholie gut zum astronomischen Herbstanfang am 22. September passt. Elgar begann mit dessen Komposition im März 1918 – noch mitten im Ersten Weltkrieg – und vollendete es im Frühling 1919. Den Ersten Weltkrieg empfand Elgar als das Ende der Zivilisation. Geboren 1857 war er der Repräsentant einer Epoche, die 1918 endgültig unterging. Einsamkeit, Trauer und Isolation bilden denn auch den Grundton des Cellokonzertes, seiner letzten großen Komposition. In sein Werkverzeichnis trug er es ein mit dem Zusatz “Finis. R.I.P.” (“Ende. Ruhe in Frieden.”).

Krzysztof Urbanski (© Ole-Einar Andersen)

Krzysztof Urbanski (© Ole-Einar Andersen)

Der Dirigent des Konzertes ist ebenfalls zum zweiten Mal in Bamberg zu erleben: Krzysztof Urbański. Als einer der meistgefragten Dirigenten der jungen Generation kann er auf einen Terminkalender blicken, der gefüllt ist mit hochkarätigen Engagements und Einladungen. Die aktuelle Saison bildet seine zweite Spielzeit als Music Director des Indianapolis Symphony Orchestra, daneben leitet er seit 2010 auch das Trondheim Symfoniorkester. 2013 übernimmt er noch ein weiteres Amt: die Position des Ersten Gastdirigenten beim Tokyo Symphony Orchestra. Debüts der nächsten Zeit führen ihn u.a. zu den Berliner Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester und den Wiener Symphonikern.

Konzerthalle Bamberg | Joseph-Keilberth-Saal
Samstag | 22.09.2012 | 20.00 Uhr

Edward Elgar
Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85

Dmitri Schostakowitsch
Symphonie Nr. 12 d-Moll op. 112 “Das Jahr 1917″

Krzysztof Urbański | Dirigent
Sol Gabetta | Violoncello

Tickets: bvd Kartenservice, Lange Str. 22, 96047 Bamberg
Tel.: 09 51 / 9 80 82 20
info@bvd-ticket.de
www.bvd-ticket.de

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