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Live im Internet: Jonathan Notts 500. Konzert

Autor // Torsten Blaich
Veröffentlicht in // Allgemein, Dirigenten, Jonathan Nott

Mit den Bamberger Symphonikern gab er über 250 Konzerte in Bamberg und der Region, gut 100 Konzerte im übrigen Bayern und in ganz Deutschland sowie rund 150 Konzerte weltweit. Am 20. Oktober steht er nun zum 500. Mal am Pult “seines” Orchesters: Chefdirigen Jonathan Nott. Dieses Konzert wird ab 20.00 Uhr live als Audiostream im Internet übertragen.

Werke von Liszt, Schönberg, Rachmaninoff und Ravel standen auf dem Programm, als sich Jonathan Nott am 3. Juli 1999 erstmals der Bamberger Öffentlichkeit präsentierte und in einem Konzert an das Pult der Bamberger Symphoniker trat. Ein wahrlich verheißungsvolles Debüt, dem „donnernder Applaus des Publikums“ folgte, wie der Fränkische Tag damals all jenen berichten konnte, die nicht dabei waren an diesem umjubelten Konzertabend, „der so zwingend war, weil Dramaturgie und musikalischer Ertrag auf glückliche Weise übereinstimmten“. Unmissverständlich kündete der gefeierte Bamberg-Einstand von Jonathan Notts Vorliebe für innovative, unkonventionelle, überraschende Programmgestaltung, von seiner Offenheit für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts und damit von seinem künstlerischem Selbstverständnis, das das große symphonische Repertoire und die musikalische Moderne als gleichgewichtig erachtet. Schon das nächste Konzert Jonathan Notts in Bamberg am 9. Januar 2000 mit Musik von Wagner und Mahler war sein erstes als neuer Chefdirigent in der Domstadt – furioser Auftakt einer außergewöhnlichen künstlerischen Partnerschaft, die unter Kennern und Musikliebhabern weltweit, aber auch in der internationalen Fachpresse und in den Feuilletons längst als „Güte-„ und „Qualitätssiegel“ der besonderen Art gilt. „Sensationeller Klangkörper“ titelte die Neue Zürcher Zeitung im Dezember 2008 nach einem Auftritt der Bamberger Symphoniker unter Jonathan Nott, und die Fachzeitschrift „Das Orchester“ zog im November 2007 ein Fazit, das treffender kaum formuliert sein könnte: „Nott, kein Dirigent des äußerlichen Effekts, hat mit den Bamberger Symphonikern Visionen entwickelt“.

Jonathan Nott (© Thomas Müller)

Jonathan Nott (© Thomas Müller)

Das Sonderkonzert am 20.10. eröffnet ein neues Kapitel in Jonathan Notts Bamberger Amtszeit: Es ist das 500. Konzert der Bamberger Symphoniker unter seiner Leitung und gleichzeitig das erste Konzert in der Geschichte der Bamberger Symphoniker, das live als Audiostream im Internet übertragen wird.

Die beeindruckende Marke von 500 Konzerten zu erreichen und zu überschreiten gelang in der traditionsreichen Orchestergeschichte vor Jonathan Nott nur Joseph Keilberth und Horst Stein. Er sei „ein Glücksfall für die Symphoniker der Stadt“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung im März 2010 über Jonathan Nott und äußerte sich mit großer Anerkennung über sein Wirken in Bamberg: Dirigenten, so die FAZ, gebe es zwar viele, solche aber, die wie er „künstlerisch alles im Griff haben, sind nach wie vor selten“. Keine Frage, verfolgt man die Berichterstattung über die Bamberger Symphoniker, dann klingt immer wieder Bewunderung an für die tiefe, über lange Jahre gewachsene Verbundenheit zwischen dem Chefdirigenten Jonathan Nott, „seinen“ Musikern und dem Bamberger Publikum. Eine Verbundenheit, die auch weiterhin bestehen bleibt: Vor wenigen Wochen verlängerte Jonathan Nott seinen Vertrag in Bamberg um weitere vier Jahre bis 2016, womit er, was die Dauer seiner Amtszeit betrifft, zu Joseph Keilberth aufschließt, der insgesamt 18 Jahre in der Regnitzstadt wirkte.

Von den 500 Konzerten, die die Orchesterhistorie der Bayerischen Staatsphilharmonie unter Jonathan Nott verzeichnet, entfallen mehr als die Hälfte auf Bamberg und die Region, dazu dirigierte Jonathan Nott gut 100 Konzerte im übrigen Bayern und in ganz Deutschland sowie rund 150 Konzerte auf internationalem Parkett. Lang ist die Liste an Ländern, denen die Bamberger Symphoniker und ihr Chefdirigent in den vergangenen Jahren einen musikalischen Besuch abstatteten: Dreimal ging es auf Tournee nach Japan, viermal nach Südamerika und zweimal nach China, eine dritte USA-Reise, wiederum mit Gastspielen im berühmten New Yorker Lincoln Center, steht noch in dieser Spielzeit bevor. Ebenfalls unter Jonathan Notts Stabführung bereist wurden – mitunter sogar mehrfach – Österreich, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Belgien, die Schweiz, Russland, Tschechien, Polen, Slowenien, Luxembourg, Spanien, Andorra, Puerto Rico. Die wichtigsten Musikfestivals der Welt waren das Ziel von Auftritten: die Salzburger Festspiele, das Festival der Weißen Nächte in St. Petersburg, die legendären Londoner „Proms“, das Beijing International Music Festival, das Musikfest Berlin und die Wiener Festwochen. Kürzlich stand das dritte Gastspiel von Jonathan Nott und dem Orchester beim Edinburgh International Festival auf dem Terminplan: Nach 2005 präsentierten sich die Bamberger Symphoniker vor wenigen Wochen unter ihrem britischen Chefdirigenten erneut als „orchestra in residence“ in der schottischen Metropole. 2007 führte eine Residenz das Orchester zum Lucerne Festival, bei dem Jonathan Nott gleichzeitig als „artiste étoile“ gastierte. Ebenfalls in das Jahr 2007 fällt ein anderes denkwürdiges Ereignis: das Konzert für Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo anlässlich des Jubiläums „1000 Jahre Bistum Bamberg.

Jonathan Nott (© Thomas Müller)

Jonathan Nott (© Thomas Müller)

„Man muss Neues entdecken und alles hinterfragen, was man zu kennen glaubt“, sagt Jonathan Nott. Getreu diesem künstlerischen Credo, das allenthalben in seinen Auftritten spürbar ist, hat er in Bamberg zwei Komponisten in das Zentrum seiner „Entdeckungstouren“ gerückt, die auch im Jubiläumskonzert am 20.10. vertreten sind: Franz Schubert und Gustav Mahler. Bamberg erlebte unter Jonathan Nott die zyklische Aufführung aller Schubert-Symphonien, kombiniert mit zeitgenössischen Werken, die sich mit dem Thema „Schubert“ auseinandersetzen – ein Projekt, das auf CD dokumentiert ist, koproduziert wie alle CDs mit Jonathan Nott vom Bayerischen Rundfunk und Tudor. Auch auf den Konzertpodien rund um den Globus waren Jonathan Nott und „die Bamberger“ mit der Musik Schuberts zu Gast.

Gleiches gilt für das Schaffen Mahlers, mit dessen Symphonien und Liedern Jonathan Nott und die Bayerische Staatsphilharmonie national und international wahre Triumphe feiern. Mahler ist unter Jonathan Notts künstlerischer Verantwortung zu einem „Fixstern“ im Repertoire des Orchesters geworden, erstmals überhaupt seit Gründung der Bamberger Symphoniker, die für die Kritik „das Mahler-Orchester“ der Stunde sind („Das Orchester“). Diese Entwicklung wäre nicht denkbar ohne die leidenschaftlich tiefe Beziehung Jonathan Notts zum Schaffen Mahlers. „Wenn man Mahler dirigiert, muss man sein Ganzes geben“, betont er. „Man ist verantwortlich für die Seele, das menschliche Innere dieser Musik. Die Musik muss alle Energie aufnehmen, die man selbst in sich trägt.“ Wer seine Interpretationen im Konzertsaal erlebt, weiß, was mit diesen Worten gemeint ist.

20. Oktober 2011, 20.00 Uhr
Das 500. Konzert von Jonathan Nott am Pult der Bamberger Symphoniker

Franz Schubert
Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 “Unvollendete”

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 4 G-Dur für Sopran und Orchester

Jonathan Nott | Dirigent

Christina Landshamer | Sopran

LIVE und kostenlos im Internet ab 20.00 Uhr

Das Jubiläumskonzert am 20.10.2011 bildet den Auftakt einer Reihe von ausgewählten Konzerten, die die Bamberger Symphoniker in Zukunft als Audio-Stream im Internet zugänglich machen. Die Termine der betreffenden Konzerte werden auf der Homepage des Orchesters sowie im Newsletter der Bamberger Symphoniker angekündigt.

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