Okt
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Debütant am Pult der Bamberger Symphoniker: Sir Neville Marriner

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein

Normalerweise verbindet man mit dem Wort „Debütant“ junge Dirigenten oder Instrumentalisten. Nur ganz selten geschieht es, dass man nicht umhin kommt, dieses Prädikat einem 87-jährigen Grandseigneur der Musik zu verleihen. Und doch – er stand, was unglaublich scheint, noch nie am Pult der Bamberger Symphoniker und feiert nun sein spätes Debüt bei der Bayerischen Staatsphilharmonie: Sir Neville Marriner.

Wenn die Rede auf „Sir Neville“ kommt, fallen unweigerlich zwei Namen: Academy of St.-Martin-in-the-Fields und – Mozart. 1959 gründete er mit Musikerinnen und Musikern der großen Londoner Orchester ein Ensemble, das sich nach der berühmten Kirche am Trafalgar Square benannte, in der es anfangs auftrat. Schnell wurden neben Kompositionen des Barock die Werke von Wolfgang Amadeus Mozart zu einem „Aushängeschild“ des neuen Orchesters. Mit ihrem für die damalige Zeit ungewohnt schlanken, quasi „entromantisierten“ Klang wurde die Academy unter Neville Marriner zu einem Vorreiter einer neuen Sicht auf die Werke der Wiener Klassik und des Barock, bis auch sie wenige Jahrzehnte später von der sogenannten „historischen Aufführungspraxis“ gewissermaßen überholt wurde. Über 500 Aufnahmen haben Neville Marriner und die Academy of St.-Martin-in-the-Fields vorgelegt – unzählige von ihnen wurden mit Preisen bedacht und errangen Kultstatus als Referenzaufnahmen.

Vor allem natürlich die Einspielungen der Werke Wolfgang Amadeus Mozarts – einem Komponisten, mit dem sich Sir Neville Marriner immer erneut auseinandergesetzt hat. So ist es nur folgerichtig, dass er sich mit diesem Repertoire auch bei den Bamberger Symphonikern vorstellt.

Lise de la Salle (© Lynn Goldsmith)

Lise de la Salle (© Lynn Goldsmith)

Solistin der Konzerte ist die junge Pianistin Lise de la Salle, die in Mozarts d-Moll-Klavierkonzert zu hören ist. Wie Sir Neville Marriner gibt auch Lise de la Salle ihren Einstand in Bamberg. Wahrlich bemerkenswert ist die musikalische Biografie der jungen Ausnahmepianistin, die von Kritikergrößen wie Joachim Kaiser als „extremes Talent“ gefeiert wird. Erstmals international auf sich aufmerksam machte Lise de la Salle im Alter von gerade einmal neun Jahren, als Radio France ein Konzert von ihr live übertrug. Seitdem tritt sie in den bedeutenden Konzertsälen Europas, der USA und Asiens auf und hat bereits mehrere preisgekrönte CD-Einspielungen vorgelegt.

Donnerstag, 27.10.2011, 20.00 Uhr
München, Philharmonie am Gasteig
Freitag, 28.10.2011, 20.00 Uhr
Erlangen, Heinrich-Lades-Halle
Samstag, 29.10.2011, 19.30 Uhr
Fürth, Stadttheater
Sonntag, 30.10.2011, 17.00 Uhr
Bamberg, Konzerthalle

Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie Nr. 35 D-Dur KV 385 „Haffner-Symphonie“

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Klavier und Orchester Nr .20 d-Moll KV 466

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Sir Neville Marriner | Dirigent
Lise de la Salle | Klavier

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