Jul
06

Alle Lust will Ewigkeit

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein, Aufnahmen

“Ich fühlte das Kämpfen um die Illusion, ich empfand den Schmerz des Desillusionierten. Ich spürte einen Menschen, ein Drama, Wahrheit, rücksichtsloseste Wahrheit.” So beschrieb Arnold Schönberg in einem Brief an Gustav Mahler dessen dritte Symphonie, die ihm als symphonischer Weltentraum erschien. Damit traf er das Ziel des Komponisten genau, der von sich sagte, er selbst sei “ein Instrument, auf dem das ganze Universum spielt.” Eine große Herausforderung für den nachschaffenden Interpreten, findet Jonathan Nott. “With Mahler – you have to give yourself.” Nun liegt seine Einspielung der gewaltigen dritten Symphonie von Gustav Mahler mit den Bamberger Symphonikern vor.

Mihoko Fujimura (© R&G Photography)

Mihoko Fujimura (© R&G Photography)

In den Sommermonaten 1895 und 1896 schrieb Gustav Mahler seine dritte Symphonie, die die Dimensionen seiner beiden vorangegangenen sprengen sollte. Allein der erste Satz reicht mit mehr als einer halben Stunde Dauer “weit, weit über Lebensgröße” (Mahler) hinaus und ist eine der gigantischsten und widersprüchlichsten künstlerischen Eingebungen überhaupt. Collageartig verbindet oder trennt Mahler unterschiedliche Episoden, musikalische Ideen fallen einander ins Wort und reihen sich wie in einem Potpourri plakativ aneinander. Und wie schon in der zweiten Symphonie setzt er im Verlauf des Werkes menschliche Stimmen ein, deren Gesang auf Texte aus “Also sprach Zarathustra” und “Des Knaben Wunderhorn”  dem symphonischen Universum ein weiteres Element hinzufügt. Mahler war sich der Ausnahmestellung seiner dritten Symphonie durchaus bewusst: “Die Menschen werden einige Zeit an den Nüssen zu knacken haben, die ich ihnen hier vom Baume schüttle.”

Neben den Knaben des Bamberger Domchores und den Damen des Chores der Bamberger Symphoniker ist die Altistin Mihoko Fujimura auf der neuen Einspielung zu hören.

Die Aufnahme entstand in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und ist erschienen beim Label TUDOR.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll

Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie
Jonathan Nott, Dirigent
Mihoko Fujimura, Alt
Knaben des Bamberger Domchores, Einstudierung Werner Pees
Damen des Chores der Bamberger Symphoniker, Einstudierung Tobias Hiller
Markus Mester, Posthorn
Angelos Kritikos, Posaune

(Quelle: Ellen Kohlhaas)

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