Mai
04

Beethoven im Busbahnhof

Autor // Reinhold Möller
Veröffentlicht in // Allgemein, Auf Tour

Sao Paulo, 2. Mai: Am Morgen geht es noch einmal zum Ibirapuera Park, diesmal aber nur zur Probe für die vierte Symphonie von Anton Bruckner und auch nicht open air sondern “closed” sozusagen: Durch Schließen der Vorder- und Rückwand lässt sich der “Konzertsaal im Park” in eine ganz gewöhnliche Konzerthalle verwandeln.

Foyer der Sala Sao Paulo (© Reinhold Möller)

Foyer der Sala Sao Paulo (© Reinhold Möller)

Um 19:00 Uhr folgt dann eine einstündige Verständigungsprobe am Konzertort, der Sala Sao Paulo, in der vor gar nicht langer Zeit noch ganz andere Töne vernommen wurden. Die Sala ist eigentlich ein 1901 im neoklassizistischen Stil errichteter Busbahnhof, der entkernt und zum Konzertsaal ausgebaut wurde. Doch auch die Musik ist eine ewige Reise, ein Ankommen, Innehalten, Aufbrechen zu neuen Horizonten. Insofern atmet das Gebäude durchaus verwandten Geist… Zusammen mit dem österreichischen Pianisten Till Fellner musizieren wir Beethovens Klavierkonzert Nr. 5, nach dem sich das Publikum noch eine Zugabe von Franz Liszt erklatscht.

Darauf folgt Beethovens dritte Symphonie, die “Eroica”. Die hohen Erwartungen der Zuhöhrer sind deutlich zu spüren. Doch offensichtlich konnten wir den Ansprüchen des Publikums genügen, denn direkt nach dem Schlußakkord bricht enthusiastischer Applaus los. Die nicht nachlassenden Begeisterungsstürme machen natürlich eine Zugabe unausweichlich – die wir aber selbstverständlich sehr gern geben. Und so endet das Konzert mit dem dritten Satz aus György Ligetis Concert românesc.

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