Mai
07

An die Copacabana

Autor // Reinhold Möller
Veröffentlicht in // Allgemein, Auf Tour

4. Mai. Heute geht es um 8:30 Uhr zum Flughafen und weiter nach Rio de Janeiro. Kleiner Schreck bei der Ankunft: Es sind nicht alle Koffer vollzählig – doch hier geht nichts verloren. Die fehlenden kommen einfach mit der nächsten Maschine. Pragmatismus auf südamerikanische Art. Und da hier alle 15 bis 30 Minuten ein Flugzeug landet, muss niemand lange warten.

Unser  Hotel liegt direkt im Herzen der Stadt – umströmt von unvorstellbaren Verkehrsmengen. Noch der kürzeste Spaziergang wird hier unversehens zu einem Bad in der Menge. Stehenbleiben ist kaum möglich, man wird einfach weitergeschoben. Im berühmten Art-Déco-Café Colombo treffen wir zufällig auf “alte Bekannte”: Die “Freunde der Bamberger Symphoniker”.  Die Reisegruppe ist am selben Tag eingetroffen und wird abends das Konzert im Theatro Municipal besuchen. Bis zu Probe und Konzert bleiben uns zwar noch gute vier Stunden, die man anderswo gut nutzen könnte für einen Spaziergang zur Erkundung der Stadt. Aber hier ist bereits nach einer Stunde der Fortbewegung durch das Gedränge der engen Gassen Erholung unbedingt notwendig…

Das Theatro Municipal in Sao Paulo (© Reinhold Möller)

Das Theatro Municipal in Sao Paulo (© Reinhold Möller)

© Reinhold Möller

© Reinhold Möller

Das heutige Konzert findet in einem der schönsten Opernhäuser der Welt statt. Das Theatro Municipal wurde 1906 in einer Art kolonialistischem Klassizismus erbaut. Grüner Marmor und detailreich verzierte Wände schmücken das eindrucksvolle Treppenhaus und Foyer. Bei unserem Gastspiel 1994 war das Gebäude noch in einem desolaten Zustand und wurde gottseidank wiederhergestellt. Auf dem heutigen Programm stehen wieder Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 und dessen “Eroica”. Als Zugabe spielen wir für das auch hier begeisterte Publikum nochmals das Concert Românesc von György Ligeti. Nach dem Konzert dann die Überraschung: Die Stadt liegt schon im Schlaf und ein Schlummertrunk ist nur schwer zu ergattern. Von wegen südländische Feierlaune bis spät in die Nacht…

5. Mai. Der späte Transfer zum Flughafen um 11:30 Uhr lässt einen kleinen Spielraum für einen Ausflug mit der U-Bahn an die Copacabana. Hier entspricht Rio dann doch noch allen Klischees: Riesige Brecher donnern auf den feinsandigen, weißen Strand, der durch eine breite Uferstraße von den Reihen von Hochhäusern getrennt wird, hinter denen sich steile, grüne  Hügel erheben. Das Strandleben ist ein einziges “Sehen und gesehen werden”. Fussballspieler, braungebrannte Badenixen aller Altersklassen und Touristen wie wir sind hier anzutreffen.

"Der Ritter der Kokosnuss": Reinhold Möller und Mechthild Schlaud

"Der Ritter der Kokosnuss": Reinhold Möller und Mechthild Schlaud

Erfrischt von dem Inhalt einer grünen Kokosnuss geht es zurück zum Hotel und zum Flughafen. Es folgt ein eintspannter gut dreistündiger Flug nach Montevideo. Als wir gegen 18:00 Uhr dort ankommen, dämmert bereits die Nacht herein. Noch einmal ist südamerikanische Gelassenheit gefragt, da einige Zimmer des Hotels noch nicht bezugsfertig sind. Danach erwartet uns der erste spielfreie Abend und tags darauf ein reisefreier Vormittag.

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