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Viviane Hagner mit Bartóks zweitem Violinkonzert

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein

Im Alter von drei Jahren hielt sie das erste Mal eine Geige in der Hand, den ersten Unterricht bekam sie mit vier und mit zwölf gab sie ihr internationales Debüt: die in München geborene Geigerin Viviane Hagner. Als sie 13 Jahre jung war, war sie die Solistin im denkwürdigen Gastspiel der Berliner Philharmoniker in Israel unter Zubin Mehta. Seit etlichen Jahren spielt sie auf einer der teuersten Geigen der Welt, einer Stradivari aus dem Jahre 1717, die fast hundert Jahre lang im Besitz einer britischen Familie gewesen ist – und ungespielt im Safe lag! Seitdem entlockt Viviane Hagner dem zum Leben wiedererweckten Instrument Töne, die die Kritiker von New York bis Tokyo, von London bis Wien regelmäßig zu euphorischen Kritiken hinreißen.

Viviane Hagner (© C. Steiner)

Viviane Hagner (© C. Steiner)

Im Konzert mit den Bamberger Symphonikern spielt Viviane Hagner Béla Bartóks zweites Violinkonzert. Der Komponist schrieb es 1936 für einen der herausragenden Violinvirtuosen der damaligen Zeit, Zoltán Székely. Bartók schlug vor, ein großes Werk in Variationen-Form zu schreiben. Dem Geiger schwebte allerdings ein dreisätziges Konzert vor, wie es der Tradition entsprach. Bartók ließ sich umstimmen und vollendete die Komposition am 31. Dezember 1938. Im folgenden März wurde das Stück von Székely in Amsterdam uraufgeführt. Bartók selbst konnte sein Werk erst 1943 in New York hören und war zufrieden. Székely war ebenfalls begeistert, obwohl Bartók ihn darauf hinwies, dass es sich zwar äußerlich um das gewünschte dreisätzige Konzert handele, er sich aber erlaubt habe, trotzdem das ursprünglich geplante Variationen-Werk zu schreiben. Nicht nur, dass der zweite Satz aus einem Thema mit Variationen besteht, vielmehr taucht das gesamte thematische Material des ersten Satzes in variierter Form im Finale wieder auf.  Auf seine Vorliebe für die Variation hatte Bartók bereits früher aufmerksam gemacht: “Man hat wahrscheinlich schon bemerkt, dass ich sehr viel Wert auf die technische Ausarbeitung lege, dass ich es nicht mag, einen Gedanken unverändert zu wiederholen, und tatsächlich wiederhole ich niemals ein Detail unverändert. Diese Praxis ergibt sich aus meiner Neigung zur Variation und zur Umbildung von Themen.”

Kirill Karabits (© Sasha Gusov)

Kirill Karabits (© Sasha Gusov)

Dirigent des Konzertes ist einer aus der Riege der jungen, vielversprechenden Talente, die international für Aufsehen sorgen: Kirill Karabits, seit der Saison 2009/2010 Chefdirigent des Bournemouth Symphony Orchestra. Obwohl gerade einmal 34 Jahre jung, gastierte er bereits bei Klangkörpern wie dem Los Angeles Philharmonic, dem Philharmonia Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra oder dem Dänischen Nationalorchester und leitete Opernaufführungen in Genf, Straßburg, London und beim Glyndebourne Festival. Auch am Pult der Bamberger Symphoniker ist er kein Neuling mehr: Im vergangenen Jahr dirigierte er die Bayerische Staatsphilharmonie im Rahmen eines Gastspiels beim Kissinger Sommer 2010.

Konzerthalle Bamberg | Joseph-Keilberth-Saal
Freitag | 25.2.2011 | 17.00 Uhr | Jugendkonzert
Samstag | 26.2.2011 | 20.00 Uhr | Abonnement A / Schülerabonnement
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**Konzerteinführung um 19.15 Uhr im Hegel-Saal der Konzerthalle

Valentin Silvestrov
Elegie für Streicher

Belá Bartók
Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 Sz 112

Sergej Rachmaninoff
Symphonische Tänze op. 45

Kirill Karabits | Dirigent
Viviane Hagner | Violine

Sebastian Rocholl | Moderation Jugendkonzert (25.2.2011)

Tickets kaufen:
bvd Kartenservice, Lange Str. 22, 96047 Bamberg, Tel.: 09 51 / 9 80 82 20

Quelle: Wolfgang Schicker

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