Feb
08

Abschluss des Mahler-Zyklus

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein

Im Jahr 2004 hatte begonnen, was sich seitdem zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt hat: die Einspielung sämtlicher Symphonien von Gustav Mahler mit den Bamberger Symphonikern unter ihrem Chefdirigenten Jonathan Nott. Viele Auszeichnungen haben die bisher veröffentlichten Aufnahmen von der Kritik erhalten; allein die Einspielung der Neunten Symphonie wurde gleich viermal prämiert: mit dem Internationalen Schallplattenpreis Toblacher Komponierhäuschen, dem Supersonic Pizzicato Award, dem Choc de Classica und vor allem dem Midem Cannes Classical Award im Januar 2010. Nun erreicht die jahrelange musikalische Reise ihr Ziel: Mit der Aufführung der Siebten Symphonie am 12.2.2011 rundet sich der Mahler-Zyklus.

Chefdirigent Jonathan Nott bei der Probe (© Matthias Hain)

Chefdirigent Jonathan Nott bei der Probe (© Matthias Hain)

Die Siebte Symphonie steht im Mai nochmals auf dem Programm der Bamberger Symphoniker, dann u.a. auch bei den Gastspielen in Linz, Wien und Essen, bevor sie im Sommer 2011 vom Bayerischen Rundfunk für das Label TUDOR aufgenommen wird, bei dem auch alle bisherigen Einspielungen des Mahler-Zyklus erschienen sind.

“Zur Orientirung will ich noch bemerken, daß das Werk vorwiegend heiteren, humoristischen Inhalts ist.” Gustav Mahler ließ es sich nicht nehmen, immer wieder auf den besonderen, “ansprechenden” Charakter seiner siebten Symphonie hinzuweisen, einer Symphonie, die sich in der Tat weit weniger sperrig, düster und unbequem präsentiert, als es noch die vorausgehende Sechste getan hatte. “Es ist mein bestes Werk und vorwiegend heiteren Charakters”, war sich Mahler sicher. Und doch erreichte die Siebte nie den Popularitätsgrad, der den anderen seiner Symphonien zukommt. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein sollte Mahlers Siebte auch im Musikschrifttum äußerst umstritten bleiben. Anstoß nahm man insbesondere am Finale, das sich mit seinem scheinbar ungebrochenen Dur-Überschwang so gebärdet, als habe es die vorangegangenen Sätze, die in ganz andere Ausdruckssphären vordringen, gar nicht gegeben. Kaum denkbar ist nun allerdings, dass Mahler dieser innere “Bruch” des Werkes entgangen sein könnte; viel eher darf man annehmen, dass ein solcher bewusst einkalkuliert war. Mahlers Siebte lebt in ihrem Innersten vom fundamentalen Gegensatz zwischen Tag und Nacht, zwischen Licht und Dunkel, zwischen unbeschwerter Helligkeit und grauenhafter Finsternis – zweifellos eine durch und durch romantische Thematik.

Eine Thematik, zu der Jonathan Nott offensichtlich eine besondere Beziehung hat – wie die guten Kritiken der bisher veröffentlichten Aufnahmen zeigen. “Ich stimme Bernstein zu”, so Nott einmal in einem Interview, “der sagte: Man muss sein Leben, seine Seele, seine ganze Existenz in diese Musik einbringen, wenn man sie aufführt.”

Samstag | 12.2.2011 | 20.00 Uhr | Konzerthalle Bamberg | Joseph-Keilberth-Saal

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 7 e-moll
Jonathan Nott | Dirigent

Die kommenden Konzerte der Bamberger Symphoniker mit Musik von Gustav Mahler:
Symphonie Nr. 7 e-moll: Bamberg 23./24.5.2011, Erlangen 25.5.2011, Linz 26.5.2011, Wien 27.5.2011, Essen 28.5.2011
Symphonie Nr. 8 Es-Dur “Symphonie der Tausend”: Baden-Baden 18.6.2011

Quelle: Torsten Blaich; Fotos: Matthias Hain


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