Archiv für Januar, 2011

Jan
31

“Im Zauberkreis der Nacht” – Spätwerke von Wagner, Strauss und Schumann

“Mein Lebenswerk ist zerstört, die deutsche Oper kaputt geschlagen… meine Werke werde ich auf dieser Welt nicht mehr hören und sehen – ich wollte, Mozart und Schubert hätten mich nach dem 80ten zu sich ins Elysium genommen!” Für Richard Strauss war es eine Qual, noch als alter Mann den zweiten Weltkrieg miterleben zu müssen, der neben dem unermesslichen menschlichen Leid auch die Zerstörung dessen brachte, was Strauss’ geistige, ästhetische und künstlerische Heimat war: die deutsche Kultur. “Ich bin in verzweifelter Stimmung!… Mein schönes Dresden – Weimar – München, alles dahin!” Sein Sohn Franz war es, der ihm riet, das Grübeln zu lassen und stattdessen – wieder zu komponieren. Und so verdankt die Welt einer der fürchterlichsten Menschheitskatastrophen ein Spätwerk von überwältigender Schönheit: die “Vier letzten Lieder”. Im Konzert der Bamberger Symphoniker werden sie gesungen von Sally Matthews, Dirigent ist Robin Ticciati.

Jan
25

Stummfilm und Musik: Der Rosenkavalier

Der 26. Januar 1911 ging in die Musikgeschichte ein: Im Dresdner Königlichen Opernhaus – wie die Semperoper damals noch hieß – fand die Uraufführung eines Werkes statt, das vom Publikum mit besonderer Spannung erwartet wurde, war doch sein Schöpfer nach den am selben Ort vorangegangenen Skandalerfolgen “Salome” und “Elektra” über Nacht zum berühmtesten Opern-Komponisten seiner Zeit avanciert: Richard Strauss. Nun also hatte seine neueste Oper Premiere – und wurde ebenfalls ein unbeschreiblicher Erfolg: “Der Rosenkavalier”. Fast auf den Tag genau hundert Jahre später nehmen sich die Bamberger Symphoniker des Werkes an. Jedoch nicht in der Bühnenfassung, sondern in der 14 Jahre nach der Oper entstandenen Stummfilm-Version – einem cineastischen Meisterwerk, das die Kenner der Oper verblüffen dürfte.

Jan
17

Herbert Feuerstein und “Der Karneval der Tiere”

Loriot und Peter Ustinov haben sich davon inspirieren lassen, Roger Willemsen und die Walt-Disney-Studios; seit einiger Zeit nimmt sich nun auch Herbert Feuerstein immer wieder eines der populärsten Werke der Musik an: Camille Saint-Saëns’ “Karneval der Tiere”. Im Konzert am 23. Januar 2011 in der Bamberger Konzerthalle präsentiert er “seine” Version der berühmtesten musikalischen Zoologie – in außergewöhnlicher Besetzung für Orgel zu vier Händen und vier Füßen, gespielt von Michael Schönheit und Edgar Krapp.

Jan
17

Jugendkonzert mit Ainars Rubikis

© Matthias HochDer Poet am Dirigentenpult

Als die Jury beim letzten Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerb im März 2010 den Gewinner verkündete, brach das Publikum in Ovationen aus. Denn er hatte nicht nur die Juroren, sondern auch die Zuhörer in seinen Bann gezogen: Ainārs Rubiķis. Er sei ein „außergewöhnlicher Dirigent“, dem „wundervolle Erfahrungen“ bevorstünden. Und in der Tat reißen sich mittlerweile die Orchester um ihn. Sein Herz schlägt aber in besonderem Maße für Bamberg. Auf die Frage, wer seine musikalischen Helden seien, antwortete er: die Bamberger Symphoniker. Nun ist er erstmals in einem Abonnement-Konzert zu erleben, für dessen Programm er eine ungewöhnliche musikalische Zeitreise zusammengestellt hat. Darüber hinaus dirigiert er auch das Jugendkonzert, durch das Johannes Klehr, Musiklehrer am Kaiser-Heinrich-Gymnasium Bamberg, als Moderator führen wird.

Jan
10

Debüt für Krzysztof Urbański

Krzysztof Urbanski (©  DG Photography, Ole-Einar Andersen Adresseavisen)

© DG Photography, Ole-Einar Andersen Adresseavisen

Er ist 28 Jahre jung, hat seine Ausbildung an der Chopin Musikakademie in Warschau gerade erst 2007 beendet – und hat doch bereits eine Chefdirigentenposition inne, beim Trondheim Symfoniorkester, dem dieses Jahr eine zweite folgen wird, beim Indianapolis Symphony Orchestra, und dirigiert bereits bedeutende Orchester wie die des Norddeutschen, des Südwestdeutschen und des Hessischen Rundfunks oder die Göteborgs Symfoniker: der polnische Dirigent Krzysztof Urbański. Am 15. und 16. Januar 2011 gibt er nun auch sein Debüt bei den Bamberger Symphonikern.

Jan
05

Zai jian, Zhongguo! Auf Wiedersehen, China!

Noch etwas müde und frierend – es ist eisig kalt an diesem Morgen in Peking – steigen wir in die Busse, die uns zum Flughafen bringen. Riesig auch er, wie alles in diesem Land.

Jan
05

Aimez-vous Brahms?

Nach einem freien Vor- und Nachmittag in Peking hieß es am Abend noch ein letztes Mal Bühne frei für Beethoven, Mozart und Brahms. Während das tragische Schicksal des Coriolanus die Chinesen offensichtlich nicht besonders berührt, entfalten Mozarts g-moll-Symphonie und Brahms’ Vierte Symphonie auch in Peking ihre überwältigende Wirkung.

Jan
04

Beethoven wirkt immer

Mit Wagner und Marimbakonzert konnte sich das Pekinger Publikum nicht wirklich erwärmen. Aber auf Beethoven ist Verlass: Nach dessen Siebter Symphonie brechen die Zuhörer in Beifall und Bravos aus, und erst nach zwei Zugaben – Smetana und Dvorak – entlässt ein glückliches, enthusiasmiertes Publikum das Orchester. So endet auch unser erstes Pekinger Konzert in Jubel und Begeisterung.

Jan
03

An Bord des Ufos

Am ersten Morgen in Peking steht die Wintersonne nur als blasser Fleck am Himmel. Aber es ist kein Nebel, der die Sicht trübt. Es ist Smog. Nicht so schlimm, wie man erwartet hatte, zugegeben. Aber doch genug, dass der Rachen sich irgendwann pelzig anfühlt und die Nasenschleimhäute sich bemerkbar machen. Auf der Fahrt zum National Center for the Performing Arts, einem der spektakulärsten Konzert-, Oper- und Theaterbauten der Welt, kommen wir durch Viertel, die den ganzen Gegensatz zeigen, der China ausmacht: Größte Armut, Dreck und Hoffnungslosigkeit in armseligen Hütten, alles überzogen mit grauem Staub wie nach einem Vulkanausbruch. Daneben in unmittelbarer Nachbarschaft und Sichtweite: atemberaubende Architektur wie die der Konzerthalle.

Jan
02

Auf nach Peking!

Am Morgen unserer Abfahrt von Shenzhen war es im Vergleich zu den spätsommerlichen Tagen zuvor merklich frischer, so als wollte uns der chinesische Wettergott schon einmal behutsam auf die zu erwartenden Temperaturen in Peking herunterkühlen.