Okt
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Erster Gastdirigent Robin Ticciati

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein, Dirigenten, Robin Ticciati

Erster Gastdirigent - Robin Ticciati

Neben Chefdirigent Jonathan Nott und Ehrendirigent Herbert Blomstedt hat seit Beginn der Saison 2010/2011 eine weitere Dirigentenpersönlichkeiten eine herausgehobene Position in Bamberg inne: Robin Ticciati. Der 1983 geborene Brite ist Erster Gastdirigent der Bamberger Symphoniker.

Es ist ein atemberaubendes Tempo, in dem sich Robin Ticciatis Karriere entwickelt. Leipzig, Dresden, Salzburg, Los Angeles, London – der derzeitige Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra kann auf hochkarätige Einladungen blicken. Im Rahmen einer Rundfunk-Produktion war Robin Ticciati, der von Sir Simon Rattle und Sir Colin Davis gefördert wird, 2005 erstmals in Bamberg zu Gast. Eingespielt wurden damals unter seiner Leitung Werke von Sibelius, Elgar und Walton. Für den gebürtigen Londoner ein besonderes Ereignis, wie er gegenüber der Süddeutschen Zeitung bekannte – schließlich war die Bayerische Staatsphilharmonie „so ziemlich das erste Symphonieorchester, das ich dirigierte”.

c Sussie Ahlburg

Seine Debüt-Konzerte in Bamberg folgten im Februar 2007 mit den „Haydn-Variationen“ von Brahms, Elgars „Sea Pictures“ und Dvořáks Symphonie Nr. 3. Eine ganze Reihe an Auftritten mit den Bamberger Symphonikern schloss sich bis auf den heutigen Tag an, im Juli 2008 leitete er das Orchester erstmals auch im Ausland bei Gastspielen im italienischen Como sowie in Villach, Bambergs österreichischer Partnerstadt. Wo immer er auftritt, zeigt sich die Musikwelt fasziniert von der künstlerischen Reife und Souveränität, die er trotz seines noch jugendlichen Alters besitzt. Aber da ist noch mehr: die einnehmende Art seines Auftretens, die mitreißende, offenherzige Begeisterung für die Musik, die jeden Besucher seiner Konzerte gefangen nimmt.

Die erste CD von Robin Ticciati mit den Bamberger Symphonikern erschien Anfang 2010. Darauf ist er mit Chorwerken von Johannes Brahms zu erleben –  einem Repertoire, dessen geistigen Wurzeln er sich, wie er selbst gesteht, besonders verbunden fühlt: der deutschen Romantik.

Seit 2009 ist Robin Ticciati Chefdirigent des Scottish Chamber Orchestra, frühere Chefposten bekleidete er bei „Glyndebourne on Tour“ und beim Gävle Symfoniorkester in Schweden. Regelmäßig dirigiert er Orchester wie das Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, das Orchestra of the Age of Enlightenment, das Mahler Chamber Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig, das Rotterdams Philharmonisch Orkest und die Sächsische Staatskapelle Dresden.

Zu den Höhepunkten der Saison 2009/2010 zählten sein Einstand beim London Symphony Orchestra, sein USA-Debüt bei Los Angeles Philharmonic und Gastengagements beim Toronto Symphony Orchestra, dem Dänischen Nationalorchester oder dem Schwedischen Radiosymphonieorchester. Zukünftige Einladungen führen ihn auch zum Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, dem Cleveland und dem Philadelphia Orchestra.

Ausgebildet als Geiger, Pianist und Schlagzeuger, wandte sich der gebürtige Londoner im Alter von 15 Jahren – gefördert von keinen Geringeren als Sir Colin Davis und Sir Simon Rattle – dem Dirigieren zu, noch während er Mitglied des National Youth Orchestra of Great Britain war. Als Student an der St. Paul’s School dirigierte er die John Colet Singers in einer Vielzahl an Werken. 2002 wurde er als Mitglied des National Youth Orchestra mit der Arthur-Belgin-Medaille als „Most Outstanding Musician of the Year“ ausgezeichnet, 2005 erhielt er das Borletti-Buitoni-Trust-Stipendium.

Im Sommer 2006 leitete Robin Ticciati Mozarts „Il sogno di Scipione“ bei den Salzburger Festspielen – als jüngster Dirigent, der in der Geschichte des berühmten Festivals sein Debüt feierte. Der Mitschnitt der von Publikum und Kritik überschwänglich gefeierten Aufführung wurde später von der Deutschen Grammophon veröffentlicht.

c Chris Christodoulou

Neben seinen Auftritten im Konzertsaal bildet die Oper einen gewichtigen Schwerpunkt in Robin Ticciatis dirigentischer Arbeit. Zu den Opern-Projekten, deren musikalische Leitung er übernahm, gehören Verdis „Macbeth“ und Humperdincks „Hänsel und Gretel“ in Glyndebourne, Brittens „Raub der Lucretia“ mit Ian Bostridge und Angelika Kirchschlager auf einer Europa-Tournee sowie die Salzburger Produktion von „Le nozze di Figaro“ mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment bei einem Japan-Gastspiel. Seinen Einstand am Londoner Royal Opera House Covent Garden gab er mit „Hänsel und Gretel“. Mit Tschaikowskys „Eugen Onegin“ wird er an dieses Haus, mit Mozarts „Don Giovanni“ nach Glyndebourne zurückkehren, zudem stehen seine Debüts an der New Yorker MET und der Mailänder Scala auf dem Terminplan.

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