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Jonathan Nott und die Bamberger Symphoniker vor Bernstein, Boulez und Abbado

Autor // Matthias Hain
Veröffentlicht in // Allgemein, Aufnahmen, Gustav Mahler, Jonathan Nott

CD-Aufnahme von Mahlers Neunter Symphonie punktet in Frankreich

Das französische Magazin für klassische Musik „Classica“ hat in seiner Mai-Ausgabe 2010 ein Ranking von acht Einspielungen der Neunten Symphonie von Gustav Mahler veröffentlicht, bei dem die Aufnahme mit den Bamberger Symphonikern unter Jonathan Nott auf den zweiten Platz gewählt wurde. In einer „Blindabhörung“ haben Redakteure des renommierten Magazins verschiedene Aufnahmen bewertet und der Einspielung aus Bamberg attestiert, sie sei „der größte Geheimtipp der Diskographie, der unaufhörlich seine Pracht entfaltet.“

Damit landete die CD der Bamberger Symphoniker hinter dem Philharmonia Orchestra unter Giuseppe Sinopoli, aber vor den Einspielungen des Concertgebouworkest (Bernard Haitink), der Berliner Philharmoniker (Herbert v. Karajan bzw. Leonard Bernstein), des Konzerthausorchesters Berlin (Kurt Sanderling), dem Chicago Symphony Orchestra (Pierre Boulez) und den Wiener Philharmonikern (Claudio Abbado).

Die französischen Kritiker schwärmen von „einem Feingefühl und einer Kultiviertheit, die Bewunderung hervorrufen“ und loben die „absolute Sicherheit der Intonation“.

Die Aufnahme der Neunten Symphonie von Gustav Mahler mit den Bamberger Symphonikern entstand 2008 in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk und ist beim Label TUDOR erschienen. Die Einspielung erhielt bereits renommierte Auszeichnungen wie den „Internationalen Schallplattenpreis Toblacher Komponierhäuschen 2009“, den „Pizzicato Supersonic Award 2009“ und den „MIDEM Classical Award 2010“.

Die Kritik im Wortlaut (Übersetzung Matthias Hain):

Mit bewundernswertem Feingefühl

Die Tonqualität dieser Produktion erlaubt es, „das Atmen des Raumes, die Geburt einer Welt“ zu hören. „Wie schön das ist!“, ruft Eric Taver [einer der Redakteure, Anm. d. Übers.] aus und fügt hinzu: „Die Gefühle werden genau ausgearbeitet bis zum Ende eines musikalischen Gedankens“. Das Crescendo zu Beginn ist großartig, und Bertrand Dermoncourt [ebenso, Anm. d. Übers.] verweist auf die „Qualität der Klangfarben“. [...] Das Finale ist ein „Grabmal“, das mit einem Feingefühl und einer Kultiviertheit erreicht wird, die Bewunderung hervorrufen. „Wie tief bewegt er ist, vielleicht zu bewegt?“ (Eric Taver). Dies ist der größte Geheimtipp der Diskographie, der unaufhörlich neue Schätze offenbart.

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